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Seit Sigmund Freud weiß man, dass unterdrückte Sexualität krank machen kann. Heute beginnt man zu erkennen, dass es sich mit Spiritualität ebenso verhält.
Der Mensch hat ein Grundbedürfnis nach Spiritualität, der direkten Erfahrung der Verbindung mit dem Absoluten. Wenn im Rahmen der Persönlichkeitsentwicklung Spiritualität unterdrückt wird, kann die so entstehende Spannung zu krisenhaftem Erleben führen. Anstatt sanft und mit Einsicht in Vorgänge und Entwicklung, kann das Erleben rau und verwirrend werden. Eine Abgrenzung zu hirnorganischen oder psychotischen Prozessen ist dann vorzunehmen. 
Das linke Bild von Hironimus Bosch zeigt die Versuchung des Heiligen Antonius. Dieser war der Schutzpatron des gefürchteten Antoniusfeuers, das durch mit Mutterkorn verseuchtes Brot entstand. Die darin enthaltenen LSD-ähnlichen Alkaloide verursachten tagelange Rauschzustände und später durch die stark gefäßverengende Wirkung ein Abfaulen der Extremitäten und den Tod. Ganze Gemeinden erfuhren bis in die Neuzeit hinein den Glanz und den Schrecken dieser durch Nahrungsmittelvergiftung hervorgerufenen psychedelischen Zustände. Im Mittelalter wurden Teufel und Dämonen für diesen Horrortrip mit Todesfolge verantwortlich gemacht. Auch eine schlecht integrierte Erfahrung mit körperlich heutigen relativ unschädlichen Drogen kann zu krisenhaftem Erleben führen. Das gleiche gilt für jede Form der extremen Erfahrung, sei es eine Trance-Technik, Meditation, Fasten, eine intensive sexuelle Erfahrung, Krankheit oder Todesnähe.
Wenn in der an sich heilsamen Krise eine unterstützende Umgebung durch Freunde und Familie gegeben ist, kann diese Krise ambulant begleitet werden. Anderenfalls empfiehlt sich eine Aufnahme in eine psychosomatische Klinik wie die Klinik Heiligenfeld in Bad Kissingen oder eine ähnliche Einrichtung.
In Deutschland hat sich ein Netzwerk spiritueller Krisenbegleitung e.V. ( S.E.N ) gebildet. Das Ziel ist, Unterstützung durch Selbsthilfe und Therapeuten zu bieten.
Adresse: SEN-Deutschland (Koordinationsbüro) Pieter Loomans, Graf-Dürckheim-Weg 5, 79682 Todtmoos-Rütte Tel: 07674 8511 Fax: 07674 8561 sen@transpersonal.com
Auslöser Spiritueller Krisen können sein:
Krankheit, Unfall, Operation, Missbrauch, extreme physische Erschöpfung, langer Schlafmangel, Geburt, Fehlgeburt, Abtreibung, starke sexuelle Erfahrung, starke emotionale Erfahrung, Beziehungsverlust, Tod eines Nahestehenden, Trennung, Scheidung, Kündigung, materieller Verlust, Drogenerfahrung, Meditation, Yoga und spirituelle Praktiken u. v. m..
"Um das Problem der spirituellen Krise zu verstehen, muss man es in dem größeren Zusammenhang der spirituellen Entwicklung sehen, als Komplikation eines evolutionären Prozesses, der zu einer reiferen und erfüllenderen Lebensweise führt. Die mystischen Lehren aller Zeiten kreisen um die Vorstellung, dass das ausschließliche Streben nach materiellen Zielen und Werten keineswegs das volle Potential des Menschen zum Ausdruck bringt. Aus dieser Sichtweise ist die Menschheit ein integraler Bestandteil der kreativen kosmischen Energie und Intelligenz und, in gewissem Sinne, mit ihr identisch und ihr angemessen. Das Entdecken der eigenen göttlichen Natur kann sowohl auf der individuellen wie auf der kollektiven Skala zu einer Lebensweise führen, die dem, was gewöhnlich als die Norm betrachtet wird, geradezu unvergleichlich überlegen ist." Stanislav Grof
Spirituelle Krisen können auftreten als:
Sinnkrise Kundalini-Erwachen Erleben von Einheitsbewusstsein ( "Gipfelerlebnisse") Psychologische Erneuerung durch Rückkehr zum Zentrum Krise der sensitiven Öffnung Erfahrungen aus früheren Leben Kommunikation mit geistigen Führern und "Channeling" Nah-Todeserfahrungen Erfahrungen mit Erscheinen von UFOs Zustände von Besessenheit schamanische Erfahrung
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